Pflegestufen

Welche Hilfeleistungen werden bei der Ermittlung der Pflegestufe berücksichtigt? Die gesetzliche Pflegeversicherung gewährt Ansprüche für Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung.

Die hauswirtschaftliche Versorgung umfasst folgende Tätigkeiten, die im Rahmen der Begutachtung berücksichtigt werden:

Einkaufen, Kochen, Spülen, Reinigen der Wohnung, Beheizen der Wohnung sowie Wechseln und Waschen der Kleidung und Wäsche (wird im Pflegeheim pauschal abgerechnet). Die Grundpflege umfasst die Teilbereiche Körperpflege, Ernährung und Mobilität. Die Verrichtungen der Körperpflege sind:

Waschen, Duschen, Baden, Zahnpflege, Kämmen, Rasieren und die Hilfe bei der Blasen- und Darmentleerung.

Zum Bereich der Ernährung zählt:

Hilfe bei der mundgerechten Zubereitung (hiermit ist nicht das Kochen bzw. die Zubereitung der Speise gemeint, sondern etwa vielmehr das Kleinschneiden von Brot oder Fleisch) und der Aufnahme der Nahrung (etwa Füttern oder Gabe von Sondenkost).

Zum Bereich der Mobilität gehören folgende berücksichtigungsfähige Hilfeleistungen: Hilfe beim Aufstehen und Zubettgehen (einschließlich Umlagern im Bett), An- und Auskleiden, Gehen, Stehen, Treppensteigen sowie beim Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung (nur für Arzt- und Therapeutenbesuche, nicht jedoch für Spaziergänge).

Die Hilfe kann verschiedenartig geleistet werden. So kann eine vollständige Übernahme der einzelnen Verrichtungen, eine teilweise Übernahme, eine Unterstützung, eine Anleitung (zum selbstständigen Durchführen) oder eine Beaufsichtigung erforderlich sein.

Es werden vier Grade der Pflegebedürftigkeit unterschieden, je nachdem wieviel Hilfe jemand benötigt: Unterhalb der Pflegestufe I liegt bereits ein großer Kreis betroffener Personen, die aber nicht durch die Pflegeversicherung finanziell abgesichert sind. Obwohl pflege- und versorgungsbedürftig, werden sie nicht durch den Medizinischen Dienst der Pflegeversicherung als Leistungsempfänger berücksichtigt. Das ist systemimmanent und so vom Gesetzgeber gewollt. Oberhalb der Pflegestufe III gibt es die Möglichkeit, in eine Sonderkategorie eingestuft zu werden, wenn der Aufwand wesentlich höher als im Durchschnitt der Stufe III ist. Durch das Gesetz ist der Anteil der danach möglichen Hilfeempfangenden prozentual begrenzt worden. Sollte der Aufwand in Stufe III aber durch die Leistungen der Pflegekasse nicht ausreichen, ist es deshalb durchaus sinnvoll, einen Höherstufungsantrag zu stellen und ihn genau zu begründen. Wer stellt die Pflegestufe fest?

Die Pflegekasse bzw. der Träger der privaten Pflegepflichtversicherung stellt die Pflegebedürftigkeit fest.

Bei gesetzlich Versicherten lässt die jeweilige Pflegekasse durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) prüfen, ob die Voraussetzungen der Pflegebedürftigkeit erfüllt sind und, wenn zutreffend, welche Stufe der Pflegebedürftigkeit vorliegt.

Bei privat Pflegeversicherten erfolgt diese Feststellung durch einen vom Versicherer beauftragten Arzt – in der Regel durch den medizinischen Dienst der privaten Pflegepflichtversicherung (Medicproof).

Der Gutachter macht in seinem Pflegegutachten einen Vorschlag, der grundsätzlich von der Pflegekasse übernommen wird. Die Pflegekasse ist jedoch nicht an die Empfehlung des Gutachters gebunden.

Für die Unterbringung in einem Pflegeheim zahlt die Pflegekasse

bei Stufe I 1.023,00 €,
bei Stufe II 1.279,00 €
bei Stufe III 1.432,00 €
an das Heim.

Härtefälle können bis zu 1.687,00 € erhalten.

Zuletzt aktualisiert am 12.09.2014 von Kai Höpermann.

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